Nachrüsten einer Fotovoltaikanlage am Wohnmobil

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Herbert
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Nachrüsten einer Fotovoltaikanlage am Wohnmobil

Beitrag von Herbert » 15. Mär 2014, 22:12

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Unabhängigkeit vom Stromnetz hat für mich einen sehr hohen Stellenwert, deshalb habe ich bereits vor der ersten Fahrt 2 Solarmodule montiert. Über die Bemessung gab es unterschiedliche Meinungen und hätte ich den Beratern geglaubt, wäre die zur Verfügung stehende Dachfläche nicht ausreichend gewesen. Ich entschloss mich, erst einmal mit 2 Modulen anzufangen und zu sehen, ob und in wie weit eine Erweiterung notwendig ist. Die Anlage ist jetzt 3 Jahre in Betrieb und für mich sind diese beiden Module völlig ausreichend.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir nie länger als 3 Tage fest an einem Platz stehen (also die Akkus dann wieder durch die Lichtmaschine nachgeladen werden), der Kühlschrank mit Gas betrieben wird und ich sämtliche Innenraumlampen durch energiesparende SMD-LED Lampen ersetzt habe. Der Solar-Ladestrom beträgt bei Sonnenbestrahlung etwa 4 A, bei bedecktem Himmel immerhin noch ca. 2 A (was ich nicht erwartet habe). Wenn das Fahrzeug nicht benutzt wird, sind die Akkus jedenfalls immer voll geladen, was sich auch positiv auf deren Lebensdauer auswirkt.

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Die meisten Wohnmobile sind, glaube ich, mit dem ''Solarblock'' von Schaudt (Foto oben) oder zumindest etwas ähnlichem ausgerüstet. Hierzu gibt es in der Regel einen passenden ''Solarregler'' (Foto darüber), an den die Solarzellen angeschlossen werden. Nähere Informationen dazu findet man bei den entsprechenden Hestellern im Internet.

Unabhängig vom Stromnetz zu sein, bedeutet auch, den für viele gängigen Stromverbraucher üblichen 230 V Wechselstrom selbst herzustellen. Dafür gibt es verschiedene Spannungswandler auf dem Markt, die sich in Qualität und Leistung unterscheiden.

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Geräte mit ''echtem'' Sinus sind recht teuer, aber für el. Zahnbürsten, Ladegeräte, Notebooks usw. dringend zu empfehlen! Für Geräte mit hoher Leistung (Staubsauger, Föhn, Toaster etc.) reicht ein ''modifizierter'' Sinus (eine 2- oder 3-stufige Rechteckspannung) aus. Ich habe aus Kostengründen einen Sinus Spannungswandler mit 300 W Leistung und einen mit modifiziertem Sinus und 2.000 W Leistung in unmittelbarer Nähe zu der Akkus installiert. Die reine Sinusspannung habe ich in das 230 V Bordnetz eingespeist, sodass sie an allen Steckdosen verfügbar ist. Staubsauger, Föhn etc. werden direkt von der Steckdose des 2. Spannungswandlers gespeist.

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Um zu verhindern, dass der Elektroblock die anliegenden 230 V zum Laden der Akkus verwendet, muss diese Verbindung getrennt werden. Jetzt wollte ich mir aber nicht die Möglichkeit verbauen, bei Bedarf doch mal an das öffentliche Stromnetz zu gehen. Über ein Relais, das von der Stromanschlusskupplung gespeist wird, wird die Umschaltung vorgenommen. Das Prinzip sieht man im Schaltplan links, die praktische Umsetzung auf den beiden Fotos darüber.
Auch vom Gegner kommt häufig ein guter Rat.
(Aristophanes)

Freundliche Grüße

Herbert

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